Baugeldzinsen warten auf neue Impulse

25. April 2009 | Von Optimal - Finanzen | Kategorie: Zinskommentar



Zinskommentar 24.04.2009.... Nachdem einzelne Konjunkturindikatoren und Stimmungsbarometer in den USA und Europa Anzeichen für eine Stabilisierung der Wirtschaft auf dem neuen tieferen Niveau zeigen, ist es an den Börsen zuletzt zu kräftigen Kursreaktionen nach oben gekommen. Es scheint so, als ob zumindest die Teilnehmer am Kapitalmarkt wieder mehr Risikoappetit bekommen haben und von Staatsanleihen in Richtung Aktien und Unternehmensanleihen umschichten. Gleichzeitig sind aber der Internationale Währungsfonds (IWF) und viele Wirtschaftsforschungsinstitute immer noch dabei, die Wachstumsaussichten gerade in Europa nach unten zu revidieren. Ein Verfall der Produzentenpreise und eine Konsumentenpreisinflation von nahe Null zeigen gleichzeitig aber auch die Gefahr von deflatorischen Entwicklungen auf. Staaten und Unternehmen legen derzeit zudem in historisch hohem Umfang Anleihen auf, um ihre Neuverschuldung abzudecken bzw. ihre Refinanzierung abzusichern. Im Endergebnis bedeutet dieser Cocktail einen seit mehreren Monaten unentschiedenen Zinsmarkt, der unter Schwankungen seitwärts pendelt und nach einem klaren Trend sucht. Trotz vier Leitzinssenkungen von 3,25% auf nunmehr 1,25% stehen die Zinsen für zehnjährige Pfandbriefe, die als Referenz für Baugeldzinsen gelten, mit 4,10 % auf demselben Niveau wie im November 2008. Während also die Zinsschritte der Europäischen Zentralbank (EZB) die kurzfristigen Geldmarktsätze und damit auch die Sparzinsen signifikant nach unten gedrückt haben, hat sich bei den längerfristigen Kreditzinsen nicht viel getan. Es bleibt daher spannend, ob die EZB ähnlich wie die US-Notenbank oder die Bank of Japan Maßnahmen ergreifen wird, um auch das Zinsniveau am längeren Ende des Kapitalmarktes zu beeinflussen. Derzeit sieht es aber eher so aus, als ob Investoren gerade bei längeren Laufzeiten von den Staaten eine deutliche Risikoprämie verlangen. So hat zum Beispiel in England die Veröffentlichung des neuen desaströsen Staatsbudgets die Zinsen für Staatsanleihen um rund 0,50 Prozentpunkte nach oben schnellen lassen, obwohl die Bank of England gleichzeitig Staatsanleihen im großen Stil aufkauft. Ein Vertrauensbeweis ist dies nicht. In dieser schwer berechenbaren Situation empfiehlt es sich für Kunden ganz eindeutig, auf Sicherheit und Kalkulierbarkeit zu setzen. Zumindest ein Teil der Finanzierung sollte daher mit einer langen Zinsbindung versehen werden, um sich gegen negative Überraschungen bei der Zinsentwicklung abzusichern. Wenn man von der steilen Zinskurve profitieren möchte, bieten sich Kombinationen mit fünfjährigen Laufzeiten an, oder sogenannte 50/50 Kombi-Darlehen, die Nutzen aus den tiefen Geldmarktzinsen ziehen. Dabei kann die Sicherheit einer Festzins-Tranche, z.B. mit einer Zinsbindung von 10 oder 15 Jahren, mit den tiefen Zinsen einer EURIBOR-Tranche kombiniert werden. Damit verringern sich die monatlichen Belastungen deutlich und weitere Leitzinssenkungen werden durch die quartalsweise Anpassung der variablen Tranche direkt zu besseren Konditionen führen. Die variable Tranche kann aber auch zukünftig in ein Festzinsdarlehen gewandelt werden, so dass später Zinssicherheit erreicht wird. Zum Zinsanpassungstermin kann die variable Tranche zudem teilweise oder ganz getilgt werden. Damit entsteht große Flexibilität. Gefragt sind derzeit auch sogenannte Volltilger-Darlehen, die einen durchgehenden Zinssatz bis zur endgültigen Rückzahlung bieten. Die höhere festgelegte Tilgung führt dabei zu Konditionsvorteilen. Die Finanzierungsspezialisten der Interhyp können auf mehr als 100 Banken zugreifen und erarbeiten gerne eine individuelle Lösung für Sie.
Tendenz
kurzfristig: seitwärts
mittelfristig: seitwärts
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