Gesetzliche Krankenversicherung

Änderungen in der GKV ab 2009
Das neue Jahr beginnt gleich mit einschneidenden Veränderungen bei der gesetzlichen Krankenversicherung. Kernpunkte sind die Einführung eines Gesundheitsfonds und einer allgemeinen Versicherungspflicht, auch für Personen, die der privaten Krankenversicherung zuzuordnen sind.


Ab 1.Januar 2009 gilt für alle Pflichtversicherten, laut “Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung“, ein einheitlicher Beitragssatz von 15,50%. Dieser setzt sich folgendermaßen zusammen: 0,9% sind alleine vom Arbeitnehmer zu erbringen, die restlichen 14,60% bezahlen je zur Häfte Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Für freiwillig Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung gilt ein einheitlicher Beitragssatz von 14,90%. Auch hier ist der Sonderbeitrag von 0,9% relevant, den der Arbeitnehmer allein zu zahlen hat. Sollte das den Krankenkassen aus dem Gesundheitsfond zugewiesene Geld nicht reichen, haben sie die Möglichkeit 8 € pro Monat als Zusatzbeitrag ohne Einkommensprüfung vom Versicherten zu verlangen. Mit Überprüfung der Einkommenssituation kann dieser sich sogar bis auf 1% des beitragspflichtigen Einkommens erhöhen. Allerdings ist es auch vorgesehen, dass etwaige Überschüsse von den Krankenkassen an ihre Mitglieder zurückerstattet werden.
Für Selbstständige ergibt sich allerdings mit Beginn des neuen Jahres noch eine weitere Änderung. Sie haben nämlich keinen Anspruch mehr auf Krankengeld aus der GKV und konnten diesen nur separat, in Form eines Wahltarifes der GKV absichern. Leider ist dieser Termin mit dem 31.12.2008 bereits verstrichen. Wer jedoch noch schnell gehandelt hat, muss sich der Tatsache bewusst sein, dass ein Wechsel der Krankenkasse für ihn, für die nächsten drei Jahre nicht möglich ist.

Neu ab 2009 ist auch, dass die Möglichkeit besteht, dass Kassen insolvent gehen. In diesem Fall werden die Schulden der insolventen Kasse, Krankenkassen der gleichen Kassenart auferlegt. Aus diesem Grund rechnet man auch mit Fusionen in diesem Bereich.Versicherte, die einen Wechsel der Krankenversicherung vollziehen möchten, sollten jetzt ein besonderes Augenmerk auf die angebotenen Leistungen der Krankenkasse legen. Doch hier ist Vorsicht geboten. So rechnet man mit einer schleichenden Reduzierung von Leistungen auf Grund von neuen Vorschriften. Durch Budgetierungen, Leitlinienmedizin und das neue “Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen” wird sich am Leistungsumfang der Krankenkassen vieles ändern.
Auch die Vergütung von niedergelassenen Ärzten mit festen Preisen einer Euro-Gebührenordnung trägt zu Mehrausgaben der Kassen bei. Die bisherigen Budgets werden dann abgelöst und die Ärzte dürfen mehr Leistungen zu höheren Preisen abrechnen.

Bundesministerium für Gesundheit “Informationen für mehr Service der Krankenkassen”

Krankenkasse Prämie

Prämie statt Zusatzbeitrag

Bei einigen Krankenkassen kann man sich die Beitragserhöhung “zurückholen”

(djd). Der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung ist zum 1. Januar 2011 auf 15,5 Prozent gestiegen. Er setzt sich zusammen aus einem Arbeitgeberbeitrag von 7,3 Prozent und einem Arbeitnehmerbeitrag in Höhe von 8,2 Prozent. Der Arbeitgeberbeitrag ist dabei nach dem sogenannten GKV-Finanzierungsgesetz nunmehr festgeschrieben und damit ohne Gesetzesänderung nicht mehr veränderbar. Zudem gibt es seit Anfang 2011 keine Grenzen mehr bei den Zusatzbeiträgen. Sie können von den Kassen in beliebiger Höhe genommen werden. Ein Sozialausgleich erfolgt erst, wenn der durchschnittliche Zusatzbeitrag zwei Prozent des individuellen sozialversicherungspflichtigen Einkommens übersteigt.

Krankenkasse
Die mittelständische Krankenkasse BKK Wirtschaft & Finanzen zahlt ihren Versicherten im Jahr 2012 eine Prämie von jeweils 60 Euro aus. Foto: djd/BKK Wirtschaft & Finanzen

Wie ein Ölleck in der Tiefsee

Die Beitragssatzerhöhung und die Einführung von Zusatzbeiträgen in zahlreichen Krankenkassen beweisen, dass die Gesundheitskosten in Deutschland weiterhin scheinbar unaufhaltsam wie ein Ölleck in der Tiefsee sprudeln. Björn Hansen, Vorstand bei der mittelständischen Betriebskrankenkasse (BKK) Wirtschaft & Finanzen: “Solche Verteuerungen bekämpfen nur die Symptome des kränkelnden Gesundheitssystems und nicht deren Ursachen.” Immerhin kann der Großteil der Kassen aktuell noch auf Zusatzbeiträge verzichten. Den Kassen, die sie dagegen erheben müssen, laufen die Versicherten in Scharen davon.

60 Euro mehr in der Tasche

Die BKK Wirtschaft & Finanzen zählt jedoch nicht nur zu den Kassen, die auch 2011 keinen Zusatzbeitrag erheben werden. Sie wird ihren Mitgliedern stattdessen sogar eine Prämie von jeweils 60 Euro auszahlen. Grund für diese Entscheidung ist die anhaltend positive Entwicklung der Kasse. “Wir haben nicht nur im vergangenen Geschäftsjahr finanziell solide gewirtschaftet, auch unsere Kundenzahl wächst kontinuierlich”, so Hansen. Werthaltige Mehrleistungen wie eine kostenfreie Auslandsreisekrankenversicherung oder die Unterstützung homöopathischer und anthroposophischer Heilmethoden haben sich mittlerweile herumgesprochen. So verzeichnete die Kasse allein 2010 ein Wachstum von mehr als 15 Prozent.

Hansen bleibt angesichts der gesetzlich verordneten Beitragssatzerhöhung dennoch Realist: “Durch die Prämienzahlung können zumindest unsere Versicherten die Mehrbelastung der gesetzlichen Beitragserhöhung teilweise kompensieren, nicht weniger, aber auch nicht mehr.” In den Chor der Anhänger von Zusatzbeiträgen und Prämien möchte er daher trotz des Wettbewerbsvorteils für seine Kasse nicht einstimmen. “Als Vertreter einer mittelständischen Betriebskrankenkasse setze ich mich auch weiterhin für die Rückkehr zur Finanzautonomie auf Basis individueller Beitragssätze ein”, verspricht Hansen.

Wer hat Anspruch auf die Prämie?

Anspruch auf die Prämie von 60 Euro haben alle beitragspflichtigen Mitglieder der BKK Wirtschaft & Finanzen, auch im Laufe des Jahres 2011 eintretende Versicherte erhalten eine anteilige Zahlung. Eine Antragstellung ist nicht notwendig, die Auszahlung erfolgt Anfang 2012. Ein Wechsel zu dieser Kasse ist auch unabhängig von der Erhebung eines Zusatzbeitrags bei anderen Kassen in der Regel problemlos möglich. Von Montag bis Freitag steht von acht bis 18 Uhr gebührenfrei eine telefonische Hotline unter 0800-5661800 zur Verfügung.

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Perfekte Zähne bloß für Reiche?

Im Augenblick beobachtet man gerade im Fernsehen massenhaft über die Schwierigkeiten des Zahnersatzes. Meist geht es darum, dass dieser überaus teuer ist und generell nicht komplett von der Krankenversicherung vergütet wird. Daher gibt es problematische Probleme. Der Zahnaustausch von Zahnmaterial in Gestalt und Material, hat seit längerem eine eigene Abteilung, die die Betitelung Prothetik hat. Weshalb sind die Zahnersatz Kosten so überteuert? Die Erläuterung ist recht unkompliziert. Besonders weil sämtlicher Ersatz ein einmaliges Stück darstellt. Der Ersatzzahn wird für Zahnlücken extra in Form gebracht. Die Herstellung ist Kleinstarbeit bzw. wird außerdem generell noch ohne Maschinen angefertigt. Daher sind die Fertigungskosten selbstverständlich ebenfalls entschieden höher. Obendrein sind die Produktionskosten ebenfalls, abhängig vom eingesetzen Material, kostenintensiver. Das wohl oft verwendete Element ist ist AU (Aurum – Gold). Aber ebenfalls Porzellanprodukte werden oft genutzt. Diese Werkstoffe haben also einen nicht geringen Kostenanteil.

Der Betrag vermehrt sich daher von Zahn zu Zahn. Jede Prothese ist ein einmaliges Stück welches ebenfalls bei der Instandsetzung noch einmal zudem Kosten verursacht. Viele, vor allem betagte Personen, die oft einen Zahnersatz haben müssen, können die enormen Kosten nicht tragen. Die Altersversicherung ist zu klein, das Zahnmaterial aber miserabel. Deshalb erwirbt man keinen funkelnagelneuen Backofen, sondern sollte sparsam leben für neue Zahnkronen. Die Unkosten die man investieren muss sind derzeit im vierstelligen Bereich. Das heißt, dass manche Personen praktisch einen Kleinwagen an Geld in ihrem Mundinneren aufwenden mussten. Darum sieht man ebenfalls, dass das glänzende Lächeln mit weißen und vermeintlich kerngesunden Zähnen, dauernd mehr eine Angelegenheit der Reicheren wird. Das Ratsamste ist wohl, sich gleich nach dem Bekommen der Zähne eine Zahnzusatzversicherung anzuschaffen, um die weiteren Eingriffe von dieser Zusatzversicherung für Zähne abzahlen zu lassen. Unglücklicherweise enthält dieses nicht die grundsätzliche Abnutzung! Daneben sollte man sich vorher gut informieren, bis zu welcher Höhe die Krankenversicherung die Zahnprothesen übernimmt.

Verantwortlich für diesen Beitrag: Karl Krüger








Kündigung der privaten Krankenkasse

Wichtig bei der Kündigung einer privaten Krankenkasse ist, diese erst dann auszusprechen, wenn bereits die verbindliche Zusage einer anderen Krankenversicherung vorliegt, um einen lückenlosen Versicherungsschutz sicherzustellen.

Bei einer privaten Krankenkasse handelt es sich um ein Versicherungsunternehmen, das einen Vertrag mit dem Versicherungsnehmer abschließt. Dieser Vertrag regelt die Rechte und Pflichten beider Seiten und kann grundsätzlich, wie jeder andere Versicherungsvertrag auch, gekündigt werden, beispielsweise, weil der Versicherungsnehmer zu einer anderen Krankenkasse wechseln möchte, da er mit den Leistungen seiner bisherigen Krankenkasse nicht mehr zufrieden ist oder ihm ein günstigeres Angebot vorliegt. In aller Regel wird die Mitgliedschaft in der privaten Krankenkasse für eine bestimmte Vertragslaufzeit vereinbart und verlängert anschließend stillschweigend um jeweils eine weitere Vertragsdauer. Eine ordentliche Kündigung ist dann prinzipiell immer zum Ende einer Vertragsdauer möglich, wobei die vertraglich vereinbarten Fristen eingehalten werden müssen, was bedeutet, dass der Versicherungsnehmer den Vertrag vor Beginn der Kündigungsfrist schriftlich kündigen muss. Unter bestimmten Umständen kann der Versicherungsnehmer den Vertrag jedoch auch außerordentlich, also vorzeitig kündigen. Die Bedingungen hierfür und welche Fristen dann einzuhalten sind, ergibt sich aus dem jeweiligen Versicherungsvertrag, in aller Regel ist eine vorzeitige Kündigung jedoch dann möglich, wenn der Versicherte die Beiträge um einen bestimmten
Prozentsatz erhöht, den Leistungsumfang bei gleichbleibenden Beiträgen reduziert oder den Vertrag einer mitversicherten Person kündigt. Wichtig bei der Kündigung einer privaten Krankenkasse ist, diese erst dann auszusprechen, wenn bereits die verbindliche Zusage einer anderen Krankenversicherung vorliegt, um einen lückenlosen Versicherungsschutz sicherzustellen. Dies ist deshalb von Bedeutung, da eine private Krankenkassegrundsätzlich nicht dazu verpflichtet ist, den Antrag eines Versicherungsnehmers anzunehmen oder die Versicherung bestimmter Leistungen ablehnen kann. Des weiteren gibt es Faktoren, die die private Krankenversicherungautomatisch beenden. Hierzu gehört, wenn der Versicherungsnehmer versicherungspflichtig wird, beispielsweise, weil er arbeitslos wird, die Selbstständigkeit zugunsten eines Angestelltenverhältnisses aufgibt oder sein Einkommen die Versicherungspflichtgrenze nicht weiterhin übersteigt. In einigen Fällen ist es jedoch möglich, sich die Rechte an der Mitgliedschaft in der privaten Krankenkasse zu sichern, indem eine Beitragsbefreiung beantragt wird.

Alexander Wendell
alexander@wendels.info

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