Die Notenbanken sind gefragt

10. Oktober 2009 | Von Optimal - Finanzen | Kategorie: Zinskommentar
Zinskommentar 09.10.2009.... Die Zins- und Aktienmärkte haben in der vergangenen Woche wieder stärkere Schwankungen gezeigt und sehr nervös gehandelt. Die enorme Liquidität, die im Markt vorhanden ist, treibt vorerst alle Anlageklassen: Anleihe-, Aktien-, Rohstoff- und Goldkurse steigen. Natürlich findet sich auch für jede dieser Bewegungen eine schlüssige Argumentationskette, aber der Verdacht bleibt, dass viele Anlageentscheidungen nicht auf Vernunft basieren, sondern von technischen Faktoren getrieben werden, die ihre Ursache in der Null-Zins-Politik der Notenbanken haben. So führt die Tatsache, dass derzeit für kurzfristige Geldmarktanlagen praktisch keine Zinsen mehr zu erhalten sind, dazu, dass Investoren immer längere Zinsbindungen kaufen und wie wild Unternehmensanleihen einsammeln - und das bei extrem tiefen Langfristzinsen. Gleichzeitig kaufen Anleger Aktien, weil sie sich dort Dividenden versprechen, die attraktiver sind als Festgeldkonditionen unter einem Prozent. Die Notenbanken haben durch ihre Nullzinspolitik damit schon wieder einmal sicher gestellt, dass Investoren weltweit Risiken eingehen, die sie nicht verstehen und tragen können. So wie schon in jeder Krise der letzten 15 Jahre, von der Russland- über die Asienkrise und New Economy Blase bis zur jetzigen US-Immobilienmarkt- und Bankenkrise mussten es immer Leitzinssenkungen richten. Jetzt sind wir aber bei Nullzinsen angelangt und wenn die Notenbanken nicht die Kontrolle mittelfristig verlieren wollen, dann werden sie schon in den nächsten Monaten anfangen müssen, die Überschussliquidität wieder einzusammeln und die Leitzinsen hoch zu nehmen. Die Politik wird dagegen wettern, weil diese Maßnahmen zu Korrekturen an den Aktienmärkten und am Rentenmarkt führen werden. Behalten die Notenbanken aber die Nullzinspolitik zu lange bei, werden die nächsten spekulativen Blasen entstehen und es wird dann kein Spielraum mehr da sein, die Konsequenzen über Zinspolitik aufzufangen. Die Präsidenten der US-Notenbank und der Europäischen Zentralbank, Ben Bernanke und Jean-Claude Trichet, stehen vor den entscheidensten Wochen ihrer Karrieren. Vor diesem Hintergrund bleibt es sehr riskant auf sinkende Baufinanzierungskonditionen zu spekulieren. Wir empfehlen daher, den Zinsrückgang der letzten Tage konsequent zu nutzen und mit langen Zinsbindungen Kalkulationssicherheit zu schaffen. Der Wettbewerb unter den Banken führt weiterhin zu sehr attraktiven Konditionen über alle Laufzeiten. Besonders wichtig in diesen volatilen Marktphasen ist die Wahl der richtigen Finanzierungsstruktur in Bezug auf Laufzeiten, Tilgungsmöglichkeiten und Einsatz von Fördermitteln. So können Kombinationen aus 5-jährigen und 15- oder 20-jährigen Zinsbindungen sehr sinnvoll sein, weil sie hohe Kalkulationssicherheit mit niedrigeren monatlichen Belastungen und Flexibilität bei der zukünftigen Rückzahlung verbinden. Besonders gefragt sind derzeit sogenannte Volltilger-Darlehen, die einen durchgehenden Zinssatz bis zur endgültigen Rückzahlung bieten. Die höhere vereinbarte Tilgung führt dabei aufgrund der steilen Zinskurve zu Konditionsvorteilen. Auch sogenannte Kombi-Darlehen werden derzeit gerne gewählt, da sie von den tiefen Geldmarktzinsen profitieren. Die Finanzierungsspezialisten bei Interhyp können auf mehr als 100 Banken zugreifen und erarbeiten gerne eine individuelle Lösung für Sie.
Aktuelle Tageszinsen
Tendenz kurzfristig: seitwärts
mittelfristig: seitwärts


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