Zinsen korrigieren nach oben
17. Oktober 2009 | Von Optimal - Finanzen | Kategorie: Zinskommentar
Zinskommentar 16.10.2009....
Nachdem diese Woche sämtliche Konjunkturdaten und Unternehmensergebnisse von den Investoren und Analysten positiv beurteilt wurden, sind die Aktienmärkte weiter nach oben gelaufen. Die Zinsmärkte aber haben eine Korrekturphase begonnen, die über alle Laufzeiten zu merken war. Die Marktteilnehmer wollen derzeit das Glas ganz klar halbvoll sehen und treiben in Erwartung einer Konjunkturaufhellung Aktien und Rohstoffpreise nach oben. Damit gewichten sie aber auch die Wahrscheinlichkeit von Leitzinserhöhungen in 2010 schrittweise höher und bringen so die Kurse am Anleihemarkt ins Rutschen. In der Folge sind diese Woche auch die Zinsen für deutsche Staatsanleihen um rund 0,15 Prozentpunkte angestiegen. Entscheidend für die mittelfristige Zinsentwicklung bleiben jedoch die Inflationserwartungen. Auch wenn die Langfristzinsen derzeit mit knapp über 3 Prozent extrem niedrig sind, so sind die Realzinsen aufgrund von Null-Inflation aktuell praktisch auf gleicher Höhe und damit durchaus attraktiv. Je länger jedoch die Zentralbanken die Märkte mit Liquidität überschwemmen, desto mehr steigt die Gefahr, dass sich spekulative Preisblasen bilden, die auf die Realwirtschaft zurückschlagen und die Inflationsraten anspringen lassen. Ein derartiges Phänomen ist aktuell beim Ölpreis zu bemerken, der bereits wieder bei 78 Dollar notiert, obwohl wir uns in einer tiefen Rezession befinden. Je mehr sich die Überzeugung an den Märkten durchsetzt, dass die Weltkonjunktur in 2010 positiv überraschen wird, desto stärker wird die Liquidität die Asset-Preise nach oben treiben und damit auch die Inflationserwartungen steigern. Deshalb erwarten wir vor dem Hintergrund dieses Spannungsfeldes zwischen Deflationsbefürchtungen und Inflationsangst in den nächsten Monaten kräftige Zinsschwankungen.
Da Baugeldkunden jedoch nicht spekulieren sollten, sondern sorgsam mit ihrem Monats-Budget über die nächsten 20-25 Jahre planen müssen, ist es entscheidend sich vor Zinsanstiegen und zukünftig überraschend hohen Belastungen zu schützen. Wir empfehlen daher, zumindest einen großen Teil der Kreditsumme mit langen Zinsbindungen abzusichern. Denn kommt es nur ansatzweise zu einem Aufflackern von Inflationsbefürchtungen und zu ersten Zinsanhebungen der Notenbanken, werden die Konditionen für lange Zinsbindungen sehr deutlich nach oben ausschlagen. Besonders wichtig in diesen volatilen Marktphasen ist die Wahl der richtigen Finanzierungsstruktur in Bezug auf Laufzeiten, Tilgungsmöglichkeiten und Einsatz von Fördermitteln. So können Kombinationen aus 5-jährigen und 15- oder 20-jährigen Zinsbindungen sehr sinnvoll sein, weil sie hohe Kalkulationssicherheit mit niedrigeren monatlichen Belastungen und Flexibilität bei der zukünftigen Rückzahlung verbinden. Gefragt sind jetzt auch sogenannte Volltilger-Darlehen, die einen durchgehenden Zinssatz bis zur endgültigen Rückzahlung bieten. Die höhere festgelegte Tilgung führt dabei zu Konditionsvorteilen. Die Finanzierungsspezialisten der Interhyp können auf mehr als 100 Banken zugreifen und erarbeiten gerne eine individuelle Lösung für Sie.
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